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Tunesien zwischen Corona-Virus und den sozialen Herausforderungen

6. April 2020
Von Imad Garbaya

Seit zwei Wochen herrschen auch in Tunesien Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie.


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Schulen und Universitäten sind geschlossen, die meisten Geschäfte und Ämter auch, der Tourismus, wo hunderttausende TunesierInnen ihr Brot verdienen, ist auf Null geschrumpft.

Die Regierung versucht durch verschiedene Maßnahmen die wirtschaftlichen Folgen zu bewältigen, es fehlt aber an finanziellen Mitteln, aber auch an politischem Willen radikale Maßnahmen zu setzen.

In einem Land mit marodem öffentlichem Gesundheitssystem (ca. 2,5 Intensivbetten pro 100.000 Einwohnern) und regional ungleich verteilt, denkt die Regierung nicht z.B. die Hand auf die vorhandenen Kapazitäten des privaten Sektors im Gesundheitsbereich zu legen und so Möglichkeiten für bessere Betreuung zu eröffnen.

Auch die Hunderttausende ArbeiterInnen am Bau und in der Landwirtschaft die meistens ohne soziale Absicherung arbeiten, stehen heute vor großen Herausforderungen wie sie die Ernährung und Fixkosten bewältigen.

Eine Soforthilfe an die Ärmsten in Höhe von 200 TND (Eur 65,-) läuft schleppend.

Das Land schafft gerade ein paar hundert Tests täglich (zw.400 und 750) und die Infektionen sind lt. offiziellen Zahlen noch gering (Stand 3. April 553 Infizierte und 19 Tote ).

Auch wenn Tunesien im Vergleich zu Nachbarländern viel schneller reagiert und einiges Richtiges getan hat um die Verbreitung der Epidemie zu bremsen, steht das Land vor großen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen und steuert auf ein sehr schwieriges Jahr ohne Tourismus zu.

Schafft die politische Elite neue Wege einzuschlagen durch die Chancen die durch die Krise möglich erscheinen? Wie z.B. landwirtschaftliche Unabhängigkeit durch Abkehr vom fast ausgehandelten Freihandelsabkommen mit der EU, und/oder die Verstaatlichung mancher wichtiger wirtschaftlicher Sektoren und auch im Gesundheitsbereich? Auch wenn der Preis hoch wird, denn er wird auf alle Fälle hoch. Oder sinkt Tunsien in einer wirtschaftlichen Krise ohne Perspektiven?

 

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